Schräge Luftaufnahme der ganzen Burganlage — in der Mitte der achteckige Bergfried aus hellem Buckelquaderstein, um den Innenhof rot gedeckte Ringbauten, darum die Wehrmauer mit Strebepfeilern und ein umlaufender Wallgraben, dahinter Weinberge, Streuobst und der Ort Weiler

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Burg Steinsberg

Sinsheim-Weiler, Baden-Württemberg · 1109 · SL-002

Chronik

Burg Steinsberg steht auf einem 333 m hohen Kegel über Sinsheim-Weiler im Kraichgau, der Südhang bis heute mit Reben bestanden. Weithin sichtbar, trägt sie seit der Zeit der Bauernkriege den Beinamen „Kompass des Kraichgaus“. Für 1109 ist ein Eberhard von Steinsberg bezeugt; das gilt als Ersterwähnung.

Der achteckige Bergfried ist eine in Deutschland seltene Form. Rund 30 m hoch, aus Buckelquadern von Keupersandstein, entstand er erst ab etwa 1220 unter den Grafen von Oettingen — gut ein Jahrhundert nach jener ersten Nennung. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg gebrandschatzt und wieder aufgebaut; als man 1779 die Dächer abtrug, begann der eigentliche Verfall. Seit 1972 gehört sie der Stadt Sinsheim.

Das Baumaterial kam vermutlich von nebenan. Der Steinbruch, aus dem die Steine gebrochen worden sein sollen, liegt bei 49.215461, 8.867206 — Luftlinie 0,75 km westlich des Bergfrieds, keine halbe Stunde Transportweg für einen Ochsenkarren. Belegt ist das hier nicht: der Wikipedia-Artikel zur Burg nennt keinen Herkunftsbruch. Nicht zu verwechseln mit dem Steinbruch Ittlingen (SL-001), der 6,1 km entfernt liegt, Muschelkalk liefert statt Sandstein und heute noch in Betrieb ist.

Der Bergfried ist während der Öffnungszeiten begehbar, seit Ende 2015 mit Aussichtsplattform ganz oben. Eintritt wird nicht verlangt, um eine freiwillige Spende gebeten. Von dort reicht der Blick weit über den Kraichgau — derselbe Grund, aus dem die Burg an dieser Stelle steht. Im Wirtschaftsgebäude sitzt eine Gaststätte; deren Tische im Innenhof sind auf dem Scan zu sehen.

Quellen

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