Schräge Luftaufnahme des Steinbruchs aus großer Höhe — rechts die hohe Abbauwand aus hellgrauem, waagerecht geschichtetem Kalkstein, in mehreren Stufen abgetreppt, an der Oberkante eine gelbliche Lage; am Grund ein kleiner grüner Tümpel mit einer schwimmenden Plattform und eine Maschine, von der ein langes Förderband aus der Grube führt. Links die Aufbereitungsanlage mit einer Reihe runder Silos, Stahlgerüsten und Bändern, daneben kegelförmige graue Schotterhalden und ein Hof mit Maschinen; in der Mitte ein dunkelgrauer, spärlich bewachsener Haldenhang mit einem Serpentinenweg. Ringsum abgeerntete Felder, Hecken und ein bewaldetes Tal, dahinter ein Solarpark und das hügelige Land unter leicht dunstigem Himmel.

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Steinbruch Gemmingen

Gemmingen, Baden-Württemberg · SL-006

Chronik

Nordwestlich von Gemmingen, am Fuß des 253 m hohen Heiligenbergs, liegt ein ausgedehnter Steinbruch im Oberen Muschelkalk. Betrieben wird er als Schotterwerk der Klaus Reimold GmbH, und er ist in Betrieb: Das Gestein wird gesprengt, im Steinbrecher auf die nötige Körnung zerkleinert und zu Schotter und Baustoffgemischen aufbereitet; daneben werden von Hand Blocksteine aus Muschelkalk gewonnen. Seit wann hier gebrochen wird, ist hier nicht belegt.

Die Wände reichen nach dem Ortslexikon des Landes von den Blaukalken des Trochitenkalks bis weit hinauf in den Unterkeuper, der über dem Muschelkalk als Abraum abgetragen werden muss; aufgeschlossen sind auch Sandsteinschichten des Lettenkeupers, Graue Mergel und Lingula-Dolomite. Der Muschelkalk ist vor etwa 243 bis 235 Millionen Jahren entstanden, aus Kalkschlamm am Grund eines flachen Meeres, das damals das Germanische Becken bedeckte. Der Trochitenkalk ist nach den Trochiten benannt, den versteinerten Stielgliedern von Seelilien. Im Scan ist der Kalk hellgrau und waagerecht geschichtet, die Oberkante der Wand gelblicher; ob diese Lage der Unterkeuper ist, lässt sich am Bild nicht entscheiden.

Dieselben Schichten liefern in Gemmingen auch Wasser. Drei Bohrungen fördern Mineralwasser aus verschiedenen Tiefen: Die Heiligenquelle holt ihr nur leicht mineralisiertes Wasser aus 30 m Tiefe aus dem Unterkeuper — der Schicht, die im Steinbruch Abraum ist. Die Gemminger Quelle und die Wüteriaquelle kommen aus 140 und 148 m Tiefe aus dem Mittleren und Oberen Muschelkalk und sind deutlich stärker mineralisiert.

Ein Steinbruch hat ein Ende, das sich planen lässt. Im Regionalplan sind nördlich 8 ha Erweiterungsfläche zur Sicherung von Rohstoffen enthalten; mit den übrigen Reserven reichte das nach dem Stand von 2022 für etwa 12 bis 15 Jahre Abbau. Für die Zeit danach kündigte die Firma an, einen Abbau nach Westen geologisch prüfen zu lassen. Dort liegen archäologische Kulturdenkmale, die Wüstung Zimmern und eine Siedlung der Urnenfelderzeit, und dort plante die Gemeinde zugleich einen Solarpark, aus dem rund 18 ha für den Steinbruch ausgenommen wurden. Im März 2025 berichtete die Heilbronner Stimme, die Klaus Reimold GmbH wolle den Steinbruch erweitern. Auf dem Scan steht hinter dem Bruch ein Solarpark; ob es der damals geplante ist, ist hier nicht belegt.

Luftlinie 3,3 km nördlich liegt der Steinbruch Ittlingen (SL-001), wo ebenfalls Muschelkalk gebrochen wird. Wie dort gilt auch hier: Die Aufnahme vom 4. Oktober 2026 zeigt einen Arbeitsstand, keinen Endzustand — die gestufte Wand, den grünen Tümpel am Grund, das Förderband aus der Grube, die Silos und Halden der Aufbereitung. Mit der nächsten Sprengung stimmt das schon nicht mehr.

Quellen

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